Freitag um 08.00h am Kölner Hauptbahnhof. In 10 Minuten soll der Zug nach Bremen abfahren und das Unheil nimmt seinen Lauf. Die Anzeige am Bahnsteig informiert per Laufband darüber, dass Wagen 3 defekt ist und dort keine Fahrgäste einsteigen dürfen. Und als Bonus dürfen kurzfristig auch keine Fahrräder mitgenommen werden.
Das wir Wagen 9 und keine Räder dabei haben war ich entsprechend entspannt . Ein Fehler, wie sich recht schnell erkennen ließ . Gemäß des Bahnsteigplanes steht Wagen 9 im Bereich D. Am Ende hält Wagen 9 dann aber im Bereich B. Nun aber hurtig.....
Im Wagen 9 haben wir eine Reservierung für die Plätze 44,45 und 46 mit Tisch. Im Wagen gibt es plötzlich eine ganz andere Sitzverteilung und das Chaos beginnt. Wir finden Tischplätze bei 74-78. Also nehmen wir da Platz . Weitere Reisende stehen vor ähnlichen Problemen. Am Ende organisieren wir uns alle mit- und untereinander und kurz nach der Abfahrt sind alle zufrieden. Bis zum nächsten Bahnhof sollte es passen.
ABER wir hatten die Rechnung ohne die "große Unbekannte " in der Person des Schaffners gemacht. Beim Kontrollieren der Fahrscheine stelle er nun fest das die Fahrgäste fast alle verkehrt sitzen und wollte nun alle umsetzen. Zitat: " wir haben umdisponiert, es ist ein anderer Wagen und sie sitzen nun alle auf anderen Plätzen" . Leider hat er seine Ansprache in einer so unfreundlichen und arroganten Tonlage verfasst das nun alle mehr oder weniger "gebockt haben" und keiner mehr seinen Platz wechseln wollte. Als Zugabe haben wir dann noch zu hören bekommen das wir als Fahrgäste ja froh sein können das es die Bahn gibt und wir transportiert werden. Leider hat er das auf Höhe meines Platzes gesagt ( alle Fahrgäste hatten es auch gehört) und damit war dann Schluss mit lustig. Mich mochte der Schaffner nun nicht mehr - das Tischtuch war zerschnitten. Am nächsten Bahnhof kamen dann neue Fahrgäste dazu und das Spiel ging wieder von vorne los. Der Schaffner wurde immer unverschämter und mit jedem Satz wurde die Stimmung schlechter. Glücklicherweise befindet sich an der Wagendecke weder ein Holzbalken noch ein Seil. Eine Stimmung mit Lynchjustiz machte sich breit. Der Schaffner hat sich irgendwann genervt aus dem Staub gemacht und wurde durch eine Kollegin ersetzt. Nun wurden die Waffen einer Frau eingesetzt: Charme, Verständnis zeigen und mit diesen Mitteln die Fahrgäste umsetzen und dabei immer schön Lächeln. Und mit dieser Gabe geht das nun seit 1 1/2 Stunden von Bahnhof zu Bahnhof. Und so entwickelt sich dieser langweilige IC langsam zum Sambawagen. Die schlechte Stimmung ist in eine Mischung aus Galgenhumor und Gelassenheit umgeschlagen. Nette Menschen sitzen neben einem. Irgendwo läuft halblaute Musik aus den 80er Jahren, vier Mädels erzählend sich Geschichten von ihrer Mallorca Tour ( am Ballermann 5 kann man scheinbar sehr gut essen) und höre beim Tippen entspannt zu. Ach ja, der Zug sollte schon lange in Bremen sein. Verspätung nun schon ca 25 Minuten.
Nun sind wir in Bremen und der Zug nach Bremerhaven geht in einer Stunde.Zeit für ein Kaltgetränk
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